Quitten, Kräuter
und Saharawind
Kulinarische Streifzűge in der Provence und am Mittelmeer
Broschur, 16 x 22,5 cm, 166 Seiten, mit 15 vierfarbigen und 40
s/w-Fotos, EUR 19,80 /sFr 35,90.
ISBN 978-3-87038-374-9
Erhältlich in allen guten Buchandlungen und beim Anabas-Verlag,
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Inhaltsangabe
»Wer, wie ich, aus nördlichen Breiten stammt, empfindet vielleicht
die Mischung aus orientalischen und okzidentalischen Einflüssen
an den Gestaden Südeuropas besonders stark. Als ich das erste
Mal nach Marseille kam, gab es nicht nur das Gefühl von
Fremdheit, wie ich es aus kleinen Dörfern in Umbrien, Andalusien
oder aus Portugal kannte, mich beängstigte die Präsenz des
Orients; denn es handelte sich keineswegs um eine Mischung im
Sinne eines Schmelztiegels; es gibt auch keine klar abgegrenzten
Viertel wie Chinatown in London. In Marseille durchquert man
etwa Marokko, Algerien, Armenien, Italien und Südfrankreich,
wenn man sich nur durch wenige Straßen bewegt«.
Das notiert die Autorin in der Vorbemerkung ihres Buches, um
gleich hinzuzufügen, wie stark sie dieses ungewöhnliche
Nebeneinander durch etliche Reisen, ein Jahr in Spanien und ein
nun schon zehn Jahre währendes Leben in der Provence beeinflusst
hat. Wobei die Begegnung, Freundschaft und Zusammenarbeit mit
einer Köchin marokkanischer Herkunft noch eine besondere Rolle
spielten.
In vierzehn reizvollen Kapiteln wird der weite Weg aus der Welt
des Ostfriesentees in die Geheimnisse der Gewürze, der
ungewöhnlichen »aperos«, der südlichen Suppen, Fleisch-. Fisch-
und Gemüsegerichte, der Rezepte mit Ziegen- und Schafskäse, der
naturnahen Desserts und der speziellen Weine beschrieben. So
entstand ein Kochbuch mit sehr individuellen Rezepten, das
zugleich zum Reisen durch die zugehörigen Landschaften animiert
und auch ein gutes Stück der Kulturgeschichte des
Mittelmeerraumes vermittelt.
Dem Quittenbaum und seinen unvergleichlichen Früchten ist die
Autorin schon in Norddeutschland begegnet und fand ihn wieder im
Süden Europas: er stammt aus dem Orient und ist die Frucht der
Liebesgöttin Aphrodite. In diesem Buch verbindet er Orient und
Okzident.
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Astrid
Schmeda
Leseprobe 1
Quitten, Kräuter und Saharawind
Vorweg
Das Mittelmeer trennt drei Erdteile voneinander und führt sie
zusammen: Europa, Asien, Afrika. An seinen Rändern haben Völkerwanderungen,
Handelsbeziehungen und Kriege von Beginn der Menschheitsgeschichte an zu
kultureller Vermischung geführt. Die Phönizier, die Kelten, die Griechen, Römer
und Araber hinterließen ihre Spuren im Süden Europas, am Rande des Mittelmeers.
Seit der Mensch sich über die Erde bewegte - zu Fuß und auf Kamelen, Mauleseln,
Pferden und mit Schiffen, war er neugierig auf die Kultur der anderen und
brachte etwas mit nach Hause, was seine Kultur bereicherte. Der Reis, der
Zitronenbaum, Pfeffer, Muskatnuss, Zimt und vieles mehr sind auf den ältesten
Verkehrswegen der Erde, auf den Salz- und Gewürzstraßen, ans Mittelmeer und nach
Europa gelangt.
Wer, wie ich, aus nördlichen Breiten stammt, empfindet
vielleicht Mischung aus orientalischen und okzidentalischen Einflüssen an den
Gestaden Südeneuropas besonders stark. Als ich das erste Mal nach Marseille kam,
war es nicht nur das Gefühl von Fremdheit, die ich es aus kleinen Dörfern in
Umbrien, Andalusien und aus Portugal kannte, nicht beängstigende die Präsenz des
Orients; denn es handelt sich keineswegs eine Mischung im Sinne eines
Schmelztiegels; es gibt auch keine klar abgegrenzten Viertel wie Chinatown in
London. In Marseille durchquert man etwa Marokko, Algerien, Armenien, Italien
und Südfrankreich, wenn man sich nur durch wenige Straßen bewegt.
Das Feuer des Interesses an diesem seltsamen
Nebeneinander wurde durch unsere Reisen, das Jahr in Spanien und dann unser
Leben in der Provence stetig genährt; es entzündete sich aber besonders an der
Begegnung mit Dalila, unsere Köchin und Freundin marokkanischer Herkunft.
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Und so ist dieses Buch, auch wenn es Rezepte enthält, nicht
als Kochbuch gedacht, es sind Streifzüge durch Landschaften und durch die
Kulturgeschichte der Küche des Mittelmeerraumes und es ist meine persönliche,
wie Benz geschichtliche Reise von der Nordsee ans Mittelmeer.
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Was die Kochrezepte angeht, so sind es mit wenigen Ausnahmen
Gerichte, die ich für unsere Seminare, Gruppen und Feriengäste in Spanien und
vor allen in der Bastidein Südfrankreich kochte, in Anlehnung an originale
Rezepte, aber, wie es schon immer mit Rezept war, wandelte ich sie im Laufe der
Erfahrungen ab. Und sie sind dazu da, sie auszuprobieren und wiederum zu
verändern,denn nur wer Kochen als eine kreative Tätigkeit betreibt, wird die
richtige Gewürzmischung von Konzentration, Lust und Liebe finden.
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